Thomas Dröge – Zum Auftakt der Hallenlandesmeisterschaften zeigen sich die Athletinnen und Athleten vom WSSV Suhl in toller sportlicher Verfassung.
Erfurt -Alle Jahre gehört das Aufeinandertreffen der Thüringer Leichtathleten in der Erfurter Hartwig-Gauder-Halle zu den stimmungsvollen Höhepunkten für die Sportlerinnen und Sportlern aus dem Freistaat. Engagierte Trainier und Übungsleiter, Eltern die, mit ihren Sprösslingen feiern oder auch einfach da sind, um zu trösten, wenn es einmal nicht so läuft. Eine ungemein angenehme Atmosphäre bestimmte das Geschehen in der Wettkampfarena und auf den Rängen. So vergeht ein schöner Sporttag wie im Fluge.
Am ersten von drei Meisterschaftswettkampftagen wurden die Titelträger aller Altersklassen im Gehen und über 3000 m gesucht. Außerdem wurden die Meistertitel in den Altersklassen U18, U20 sowie Männer und Frauen in allen weiteren Disziplinen vergeben. Im Außenbereich der Halle gab es die Winter-Wurfmeisterschaften für die Altersklassen U16 und U20.Die Friedrichs machen die Musik
Ob Sommer oder Winter, Familie Friedrich ist zumeist an den Leichtathletiksportstätten in Thüringen anzutreffen. Die beiden Jungs Finn (21) und Linus (19) gehören bekanntermaßen seit vielen Jahren zu den besten Thüringer Hochspringern in den jeweiligen Altersklassen. Mutter Kathrin hält die Fäden in der Leichtathletik-Abteilung des WSSV nicht nur als Trainerin fest im Griff. Unterstützt wird die von Ehemann Andreas, der „nebenbei“ bei den Wettkämpfen in Thüringen als Kampfrichter aktiv ist. Alle vier gastierten natürlich auch bei den Thüringer Hallen-Titelkämpfen in Erfurt. Beide beobachten bei beim Wettkampf, auch über die Thüringer Grenzen hinaus, ihre beiden Söhne. Finn und Linus enttäuschten auch dieses Mal nicht und zauberten Freude in die Augen der engagierten Eltern. Linus, im ersten Jahr bei den Männern dabei, beendete das Springen auf Rang drei. Er übersprang 1,80 m im ersten Versuch, scheiterte dreimal knapp an 1,83 m .Nach Schichtwoche zum Hochsprungtitel
Finn lieferte sich einen spannenden Wettkampf mit dem befreundeten, gleichaltrigen Cedric Spieß (LAC Erfurt). Der Suhler entschied das gutklassige Duell mit übersprungenen 2,04 Metern für sich. Knapp mit der Schulter riss er in seinen drei Versuchen die 2,07 m. Dass er sie drauf hat, demonstrierte er bereits zu Jahresbeginn in Jena, wo er mit 2,08 m gewann. In Erfurt startete Finn unter erschwerten Voraussetzungen. Der 21-Jährige absolvierte im Rahmen seiner Ausbildung zum Polizisten in Meiningen unter der Woche Zwölf-Stunden-Dienste. „Ich stehe früh morgen um 4 Uhr auf, absolviere den 12-Stunden-Dienst und gehe danach zum Training. Gegen 22 Uhr komme ich wieder nach Hause. Das schlaucht durchaus, soll aber keine Ausrede sein. Mit den 2,04 Metern bin ich zufrieden. Wettkämpfe mit Höhen zwischen 2,02 und wie zuletzt den 2,08 m, sind für mich gut. Die kleinen Spannen haben oft nur kleine Gründe“, erklärt der sympathische Schwarzschopf. Bruder Linus befindet sich in der Ausbildung zum Fachinformatiker auf dem Suhler Friedberg und stellt seinen Trainingsplan, ebenso wie Finn, nach den beruflichen Aufgaben auf.
„Linus ist zwar der Jüngere, aber trotzdem der Denker in unserem Quartett“, ergänzt Kathrin Friedrich mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Sie ist dreimal in der Woche als Trainerin beim WSSV unterwegs und begleitet natürlich auch alle anderen WSSV-Talente mit dem gleichen Ehrgeiz. Sie mag Wettkämpfe in der Halle. „Sie sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil für die Vorbereitung auf die Sommersaison, sondern auch eine Abwechslung. Das Kräftemessen mit den anderen Athleten bringt zusätzliche Freude“. Auch wenn die Suhler Leichtathleten nicht über die besten Trainingsbedingen verfügen, gibt es kein Hadern für die Friedrichs. „Wir müssen mit den Bedingen auskommen, wie sie sind und das Beste daraus machen. Wo ein Wille ist, ist bekanntermaßen auch immer ein Weg“, lautet die positive Marschroute der vielseitigen Trainerin.Viel-Starter Luca Lion mit drei Medaillen
Ein weiteres Talent aus den Suhler Reihen ist Luca Lion Gloger. Er beeindruckte bei den Thüringer Landesmeisterschaften. Dabei verliefen die Vorbereitungen auf die Wettkämpfe für den U18-Starter alles andere als optimal. Beim Erwärmen verletzte er sich mit seinen Spikes an der rechten Hand. „Das Blut floss und Luca wurde plötzlich kreidebleich“, berichtet seine Mutter, die ihren Filius zu den Wettkämpfen und zum Zusatztraining nach Erfurt begleitet. Kein Thema jedoch für den zurückhaltend auftretenden jungen Mann. Im Weitsprung zeigte sich Luca trotz seines zweiten Platzes mit den 5,83 m nicht zufrieden. Zehn Zentimeter fehlten ihm zum Sieg und die hat er drin. Zuvor hatte er sich im Hochsprung die Silbermedaille gesichert. Zum Abschluss des Tages legte er einen tollen Satz über 12,48 m im Dreisprung hin. Das bedeutete für ihn nicht nur eine neue persönliche Bestweite, sondern zudem der Titel und die Qualifikation zur mitteldeutschen Meisterschaft, für die die drei Erstplatzierten bei Landesmeisterschaften nominiert werden können.
Das gute Abschneiden der Suhler rundeten Lara und Lena Hunger (beide U18) ab. Lara sprang genau fünf Meter weit und holte damit Bronze. Schwester Lena kam auf 4,97 und Rang 4.
Die kleine Suhler Abordnung darf sich über zwei Gold- , zwei Silber und zwei Bronzemedaillen freuen. Das lässt für die nächsten Wettkämpfer der WSSV-Athleten hoffen.
